Heute ist Internationaler Frauentag
Berlin, 08.03.2009: Zum Internationalen Frauentag am 8. März würdigt Reporter ohne Grenzen (ROG) den großen Mut vieler Journalistinnen und Internetdissidentinnen: Viele von ihnen riskieren ihr Leben oder setzen sich Repressionen aus, um unabhängig zu berichten. ROG fordert einen besseren Schutz dieser Frauen.In vielen Ländern setzen Journalistinnen immer noch ihr Leben aufs Spiel, wenn sie investigativ recherchieren, Kritik an Behörden, Beamten und Politikern üben oder über Tabuthemen wie die Stellung der Frau im Islam berichten. Oft besteht für diese Frauen kein ausreichender Schutz durch Behörden und Polizei selbst wenn sie, wie beispielsweise die pakistanische Journalistin Meera Jamal, mehrere Todesdrohungen erhalten haben, sagt Elke Schäfter, ROG-Geschäftsführerin. Jamal entschied sich zur Flucht und fand Schutz in Deutschland.
Auch die inguschetische Journalistin Rosa Malsagowa konnte sich im vergangenen Jahr nach Drohungen aus der russischen Kaukasusrepublik ins Ausland retten. Malsagowa war Chefredakteurin der Internetseite ingushetia.ru des ermordeten Oppositionspolitikers Magomad Jewlojew.
Für andere Frauen gibt es keine Zufluchtsmöglichkeiten: Einige von ihnen geben letztendlich ihren Beruf auf oder versuchen über Selbstzensur, Drohungen zu entgehen. Ein Beispiel ist Afghanistan: Gerade in der westlichen Provinz Herat gab es im vergangenen Jahr vermehrt Angriffe gegen TV-Journalistinnen, um sie so zu zwingen, ihre Arbeit niederzulegen. Oft stecken die Taliban hinter den Drohungen, aber auch Warlords und lokale Politiker schüren ein frauenfeindliches Klima.
Vielerorts führen die Behörden nach den Angriffen keine ausreichenden Ermittlungen durch und die Täter entkommen straffrei: Russland, Nepal und Mexiko sind nur einige Länder, in denen ein
Das K.-System setzt sich zusammen aus dem inneren und dem äußeren System.Klima der Straflosigkeit herrscht.
In Pakistan etwa, wo Frauen in den Medien ohnehin stark unterrepräsentiert sind, hüten sich viele Journalistinnen, Fragen zur Stellung der Frau aufzugreifen. Zu groß ist die Angst vor gesellschaftlicher Ächtung und vor Übergriffen durch religiöse Fundamentalisten.
Nur wenige Frauen schreiben über Frauenrechte und noch weniger wagen, sich zur Unterdrückung der Frauen im Namen des Islams zu äußern. Die meisten bevorzugen, gesellschaftliche Stereotypen aufrechtzuerhalten, um dem Druck durch Familie und Gesellschaft zu entgehen, sagt die Journalistin Meera Jamal.

In einer Reihe von Staaten werden Journalistinnen und Bloggerinnen schickaniert, gedemütigt und bedroht, weil sie gegen frauenfeindliche Praktiken und Gesetze protestieren oder einfach nur über Alltagsprobleme von Frauen schreiben. Auf perfide Weise erlebte das vor kurzem die sierra-leonische Journalistin Manja Balama-Samba: Im vergangenen Monat wurde sie von Sympathisanten einer Pro-Beschneidungsgruppe bedroht und gedemütigt, weil sie über weibliche Genitalverstümmelung berichtet hatte.
Im Iran müssen Cyberfeministinnen Gängelungen und Repression durch die Behörden aushalten: Regelmäßig werden Bloggerinnen festgenommen mehrmals traf es die Internetdissidentin Shahnaz Gholami. Gholami gehört zu der Gruppe von iranischen Journalistinnen, die im Jahr 2005 eine Petition zur Abschaffung frauenfeindlicher Gesetze gestartet hat.
Die Kampagne ist mittlerweile zu einer Massenbewegung geworden, die vor kurzem mit dem renommierten "Prix Simone de Beauvoir pour la liberté des femmes 2009" ausgezeichnet wurde. Aus bisher ungeklärten Gründen wurde im Iran darüber hinaus vor kurzem die US-amerikanische-iranische Journalistin Roxana Saberi festgenommen.
Auch in Simbabwe müssen Journalistinnen in diesen Tagen viel Mut beweisen, wenn sie kritisch berichten möchten: Das hat zuletzt die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Jestina Mukoko erfahren: Wegen eines angeblichen terroristischen Komplotts gegen Präsident Robert Mugabe wurde sie im Dezember 2008 festgenommen. Nach Isolationshaft und Folter wurde sie vor wenigen Tagen freigelassen.
Bild 1: © Tina, PIXELIO
Bild 2: © ROG
Autor: Reporter ohne Grenzen e.V.
Weiterführende Informationen:
Die letzten 10 Meldungen zum Thema "Frauen, Freiheit":
Wenn Pflege zu Hause eskaliert: Freiheitsberaubung oder "smarte" Fürsorge?
Frankfurt/Main, 3.06.2010: An der Fachhochschule Frankfurt am Main - University of Applied Sciences (FH FFM) findet am 15. Juni 2010 ein Projekttag zum Thema "Wenn Pflege zu Hause eskaliert: Freiheitsberaubung oder ,smarte' Fürsorge?" statt. Unter anderem wird das Forschungsprojekt "ReduFix ambulant" vorgestellt.
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Umweltjournal-TV-Tipp: Reise in die Freiheit
Hamburg, 22.11.2009: Elefantenkuh Mary und ihre Herde sind am Ziel: VIER PFOTEN brachte die neun Elefanten aus Simbabwe in den Hwange Nationalpark im Süden des Landes. Die Tiere waren illegal in der Wildnis gefangen und als Touristenattraktion dressiert worden. In den letzten Wochen hatte ein VIER PFOTEN Team die schwer traumatisierten Elefanten versorgt mit dem Ziel, die Herde wieder auszuwildern. Am 2. November war es soweit: Die Reise in die Freiheit konnte beginnen.
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Stuttgart – das Schwäbische Peking der Pressefreiheit
Stuttgart, 01.03.2009: Auch weiterhin beteiligt sich die Polizei Stuttgart im Auftrag des Jugendamtes an der Entziehung Minderjähriger im Falle des einjährigen Mädchens Nina Veronika. Der Fall des Amtsgerichts Stuttgart-Bad Cannstatt liegt zwischenzeitlich dem Bundesverfassungsgericht vor: Az. 1BvR 226/09.
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Frieden, Freiheit, Umwelt
Köln, 01.10.2008: Michael Bothe hat sein 70. Lebensjahr vollendet. Aus diesem Anlass widmen ihm Freunde, Kollegen und Schüler eine Festschrift, die unter dem Titel "Frieden in Freiheit" erschienen ist. Sie spiegelt die beachtlichen Verdienste des Jubilars um das humanitäre Völkerrecht wieder.
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Ende der Wahlfreiheit beim Energieausweis
Berlin, 30.09.2008: Am 30. September 2008 endet die Wahlfreiheit beim Energieausweis für Gebäude mit weniger als fünf Wohnungen und Bauantrag vor dem 1. November 1977. Bisher konnten Eigentümer dieser Gebäude sich entweder für einen bedarfs- oder einen verbrauchsbasierten Energieausweis entscheiden. Der Energieausweis wurde am 1. Juli 2008 für Gebäude bis einschließlich Baujahr 1965 verbindlich eingeführt.
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Freiheit für die Delfine
München, 29.07.2008: Über 300 Delfine wurden in den letzten 30 Jahren für europäische Vergnügungsparks importiert. Doch damit soll jetzt Schluss ein: Mit einer Petition fordern die Artenschutzverbände Pro Wildlife, Ocean Care und WDCS die EU und die Schweiz auf, keine Delfin-Einfuhren mehr zu genehmigen. "Die Haltungsbedingungen sind meist katastrophal, viele Tiere sterben frühzeitig", ...
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Wilde Kerle brauchen Freiheit – wilde Tiere auch!
Gerlingen, 30.09.2007: Schauspielerin und Model Anne Mühlmeier (Die Wilden Kerle 4) engagiert sich bereits seit Frühjahr 2007 aktiv für PETAs Kampagne zum Schutze der Delfine. Nach einer spektakulären Aktion vor dem Delfinarium in Nürnberg und der Unterstützung eines Malwettbewerbes für Kinder in Nürnberg stellt sie nun ihr brandneues PETA-Anzeigenmotiv vor.
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Neue Computer-Maus sorgt für Barrierefreiheit bei der PC-Bedienung
Pforzheim, 13.06.2007: Aus dem Alltag ist sie nicht mehr wegzudenken, die Maus, die uns hilft, den Computer die Aktionen starten zu lassen, die wir wollen. Bisher fiel die Interaktion mit dem Computer mittels Maus Menschen nicht leicht, die mit einer Erkrankung, Operation, Behinderung oder altersbedingten Einschränkung ihrer Hand in der Motorik benachteiligt waren.
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Pelztierzüchter bedroht Kamerateam und Tierschützer - tierhilfe e.v.- erstattet Strafanzeige wegen Tierquälerei, Nötigung und Freiheitsberaubung
Strasburg, 16.05.2007: Die Tierschützer und das Kamerateam sind entsetzt über diesen furchtbaren Anblick und beabsichtigten, eine Stellungnahme des verantwortlichen Nerzzüchters hinsichtlich der grausamen Haltung zu erlangen.
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Barrierefreiheit für alle!
Köln, 08.03.2007: Das World Wide Web ist längst nicht mehr für jeden zugänglich, denn sinnes- oder körperbehinderten Menschen ist oftmals der Zugang zu vielen Internetseiten verweigert, betont heute Reiner Bausch von VISION Druckmedien aus Stollberg.
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Stand: 8. Maerz 2009
Erstellt: 8. Maerz 2009
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